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Das Verändern der Schnittmuster |
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Wie vergrößere oder verkleinere ich Schnittmuster, die mir nicht passen? Wie ändere ich Schnittmuster nach alten Originalen auf meine Größe um? Auf diese Fragen möchten wir Ihnen so authentisch wie nur möglich Antwort geben: Mit einer Anleitung aus einem Buch für die Hausschneiderin von 1923. Die alten Techniken funktionieren auch heute noch hervorragend und lassen sich auch auf Kleidungsstücke anderer Epochen übertragen! Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg bei den Änderungen! Die gesamte Anleitung als PDF steht für Sie auch zum kostenlosen Download bereit! Link anklicken und “Ziel speichern” wählen! |
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Um sich vor Enttäuschungen zu bewahren oder der zeitraubenden Arbeit, nach der Anprobe Fehler verbessern zu müssen, zu entgehen, ist es ratsam, den Papierschnitt anzuprobieren und dann gleich die sich ergebenden Änderungen an diesem vorzunehmen. Abbildung 1 zeigt, wie das Papierschnittmuster zu dieser Voranprobe einzurichten ist. Man steckt oder heftet die einzelnen Teile des Schnittes, die meist für eine Körperhälfte bestimmt sind, über Papier oder alten, schmalen Stoffstreifen zusammen und probiert das Muster an (Abbildung 2). |
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Abb. 1 Vorbereiten des Musters |
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Ergibt sich dabei, dass ein Blusen- (Oberteil-) oder Gürtelschnitt zu lang ist, so knicke man quer eine Falte und beachte, ob die Mehrlänge oberhalb der Büste zum Armausschnitt hin oder unterhalb der Büste etwa nur bis zur Seitennaht oder bis zur Rückenmitte fortzunehmen ist. (Abb. 2 zeigt beide Varianten. In der Praxis verwenden Sie nur eine!) Sollte ein Schnitt in der Länge zu kurz sein, so schneide man ihn ober- und unterhalb der Brust quer durch und verlängert ihn durch einen dazwischengesetzten Papierstreifen. Diesen Vorgang zeigt Abbildung 3 zugleich für den rückwärtigen Teil. |
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Abb. 2 In welcher Weise das zusammengesteckte Papiermuster anprobiert und geändert wird. |
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Auch für das Prüfen des Rockschnittes ist es richtiger, die Rockteile (bei Hüftpassenröcken genügt der Passenteil) zusammenzustecken. Für miederartig erhöhte Röcke wird das mit Hakenschluss für sich fertig gemachte Miedergurtband umgelegt und darauf der Rockpapierschnitt anprobiert. Um einen Rockschnitt zu verengern, muss man an den verschiedenen Bahnen ebenso, wie es beim Verkürzen der Gürtellänge beschrieben ist (s.o.), der Länge nach eine Falte legen. |
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Abb. 3 Wie das Papiermuster auseinandergeschnitten wird, um es zu erweitern (verlängern). |
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Ist der Schnitt hingegen zu eng, so ist jede Bahn in der Mitte der Länge nach zu durchschneiden und durch Unterstecken eines Papierstreifens zu verbreitern. |
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Seiten fortgenommen werden muss, hängt von der erforderlichen Hüftweite ab. Umgekehrt ist das Verhältnis beim Vergrößern eines ausgestellten Rockschnittes, wie an Abbildung 4b ersichtlich. An beiden Zeichnungen bedeuten die gestrichelten Linien den Schnitt nach der Änderung. |
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Beim Verkürzen eines rund gestellten Rockschnitts soll man im allgemeinen die zu große Länge nicht am unteren Rand abnehmen. Der Rock würde dadurch an seiner unteren Weite einbüßen und eine unerwünschte Form annehmen. Man nimmt die überflüssige Länge besser durch Faltenstecken in der Mitte der Bahnen heraus. Einfacher ist das Verfahren bei nicht ausgestellten, geraden Röcken. Am unteren Ende schlägt man die vorhandene Länge einfach ein. Bei losen sitzenden Kleidungsstücken, wie bei Kittelkleidern, werden sich im allgemeinen keine oder nur geringfügige Änderungen ergeben. Immerhin spielt doch neben den Maßen auch die Haltung der betroffenen Kleidanwärterin eine nicht zu unterschätzende Rolle. |
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Abbildung 9 zeigt, um sich die überflüssige Weite anzugeben. Oberhalb und unterhalb dieser Falte wird je ein Merkpunkt gemacht. Beim Einsetzen des Ärmels wird dann später der Rückenteil zwischen den Kreuzchenmerkzeichen um so viel, als dieser Keil betragen hat, eingehalten. Eine höchst kritische Stelle ist auch die Halslinie. Man geht am sichersten, wenn man nach der gut ausprobierten Schulternaht den Kragen ansteckt und die veränderte, neugewonnene Halslinie anzeichnet. |
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Und noch ein praktischer Wink zum Schluss, der eine sehr bedeutende Zeitersparnis mit sich bringt. Vor dem Zuschneiden ist noch eine kleine, aber wichtige Schreibarbeit zu leisten: die einzelnen Schnitte werden mit allen auf der Übersicht gegebenen Bemerkungen und Markierungen versehen, um sich ein dauerndes Hin- und Hergucken zwischen Übersicht und Muster zu ersparen. Dann erst beginnt man mit dem Zuschneiden. |